Tot - und dann ?

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Janey
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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von Janey » 9. Dezember 2017, 18:01

Spannendes Thema und eine Glaubensfrage..... Man mag sich mit der eigenen Vergänglichkeit gar nicht so sehr auseinandersetzen... Irgendwann holt es uns alle ein... Man verdrängt es nur gern.... Wenn dann aber die Liebsten um einen herum sterben.... Dann rückt die eigene Sterblichkeit doch plötzlich ganz nah ins Bewusstsein...

Ich lese hier später mit. :) Das wollte ich nur schon mal im Vorfeld gepostet haben.

LouZipher

Re: Tot - und dann ?

Beitrag von LouZipher » 9. Dezember 2017, 19:07

Ah ja, Du gehst also von irgendeinem "Gott" aus, der alles hier zusammengemengt hat; für den wäre sicher ein Universum ohne Leben weniger spannend. Auch für mich wäre ein lebendiges Universum spannender.



"Es ist nun mal eine Tatsache, dass das Universum so beschaffen ist, dass Leben prinzipiell möglich ist. Wäre dem nicht so, gäbe es uns nicht. Für mich ist dies ein starkes Indiz dafür, dass das ganze Universum kein sinnloser Zufall ist. "

In diesen Sätzen steckt für mich ein Denkfehler, der sehr oft gemacht wird. Man sagt, das Universum kann Leben erzeugen, sonst gäbe es uns nicht, ergo: Steuerung.
Wenn unser Universum das nicht könnte, gäbe es uns hier nicht. Dafür könnte es ein anderes Universum, und es gäbe uns dann eben dort. Wobei das dortige dort für uns wieder ein hier wäre.
Merkstes? Nur weil wir da sind, heisst das nicht, daß dieses Universum für uns gemacht wurde.
Und wären wir nicht wir, wären wir eben jemand anders, oder jemand anders wäre jemand anders und wir überhaupt nicht existent. Was dann wieder gleichkäme mit: wir sind hier. Was ja so auch stimmt. Man könnte fast sagen: wir sind immer wir, egal wo. Allerdings ist es auch nicht so korrekt, zu behaupten: Leben ist möglich, also muß es uns geben.
Ähm, es gab uns die meiste Zeit nicht, jetzt sind wir zwar da, aber das heisst für mich nicht zwangsläufig, daß unsere Existenz ein logisches MUSS ist. Oder doch? Wenn wir wir sind, egal, ob wir wir oder jemand anders sind, dann bleibt nur übrig: der Mensch ist kein logisches Endprodukt, aber eine Intelligenz schon.
Wie gesagt, es kommt auf den Blickwinkel an.

Und noch was: wir definieren Leben doch recht eng. In anderen Universen, wo wir nicht eine zehntel Sekunde überleben würden, gibt es vielleicht etwas ganz anderes Fremdes, was sich für des Lebens einzige Wahrheit hält.

Und jetzt kommts: all das setzt nicht zwangsläufig den Großen Planer voraus; es kann ihn geben, muss aber nicht.


BTW: sorry, wenn ich manchmal so klinge, als würde ich andere Meinungen nicht akzeptieren und deshalb bekämpfen.
Ich bin nur grade Feuer und Flamme und versuche, im Zuge der Diskussionen meinen Standpunkt aufs Treppchen Nr. 1 zu heben.
Was Gott angeht; siehe Signatur. Da bin ich "etwas" stur ;)

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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von DocArroway » 9. Dezember 2017, 19:20

Ich habe nie behauptet, dass es einen großen Planer gäbe, dem wir unsere Existenz ganz direkt verdanken. Im Gegenteil! Ich denke schon, dass unsere Existenz tatsächlich nur ein Zufall ist. Was ich nicht glaube, ist dass es ein Zufall ist, dass Leben im Universum prinzipiell möglich ist. Und damit meine ich ausdrücklich jede Art von Leben, auch nicht intelligentes. Meiner Ansicht nach war das Universum vom Urknall an darauf ausgelegt worden, dass es eines Tages Leben hervorbringen würde. Jenes Wesen, das das Universum erschuf hat jedoch, wie ich bereits erwähnt habe, der Evolution ihren Lauf gelassen, ohne sie zu steuern. Auch bin ich nicht dafür dieses Wesen als "Gott" zu bezeichnen, da er suggeriert, dass ich damit den christlichen Gott meine.
Was andere Menschen "Gott" nennen, bezeichne ich lieber ganz allgemein als eine superintelligente Wesenheit, die in einem anderen Universum durch evolutionäre Prozesse entstanden ist. Natürlich weiß ich, dass die Annahme eines solchen Wesens hochspekulativ und im Grunde auch unwissenschaftlich ist, aber ich meine mit unseren Überlegungen haben wir den Boden der Wissenschaft sowieso schon längst verlassen und bewegen uns auf dem Gebiet der Philosophie.
Zuletzt geändert von DocArroway am 10. Dezember 2017, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter und lerne als würdest du ewig leben.
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LouZipher

Re: Tot - und dann ?

Beitrag von LouZipher » 9. Dezember 2017, 21:52

Stimmt auch wieder ;)

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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von connam » 10. Dezember 2017, 14:33

Was DocArroway schreibt, ist ganz nah an dem dran, was auch ich glaube. Und einen Sinn für unsere ganz persönliche Existenz muss jeder für sich selbst finden. Das ist eine absolut individuelle Angelegenheit und auch da stimme ich DocArroway zu: wie wir mit den Gegebenheiten umgehen (also ganz besonders dem, was wir im Laufe der uns zur Verfügung stehenden Zeitspanne so aushalten müssen, aber auch die Wertschätzung für die guten Dinge, die uns widerfahren), beeinflusst ganz stark die Sinnhaftigkeit unseres Lebens.
Wachsen wir daran, erdulden wir nur oder geben wir sogar auf?
Ich werte keine der Möglichkeiten, denn alle drei haben ihre Berechtigung. Es kommt immer auf die Situation an.
Aber die Entscheidung liegt bei uns, und wir sollten sie bewusst treffen (und zwar auch im Bewusstsein unserer eigenen Vergänglichkeit). Genau darin liegt für mich persönlich die Essenz von allem: im Sich-selbst-bewusst-sein.

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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von hellsbells » 11. Dezember 2017, 23:36

Da ich von einem "weiter-existieren" nach dem Tod überzeugt bin, sehe ich das ganze geistiger.
Das klingt so christlich, ist es aber nicht. Das englische zeigt es sehr gut: Spirit=Geist. Spirituell ist da für mich das bessere Wort.
Also ja, ich sehe es spirituell.
Wer wie ich an die Energie die in einem Körper steckt glaubt (oder Seele), welche sich mit dem Tod nicht einfach auflöst, sieht (oder sucht) natürlich mehr Sinn.
Ich glaube auch an einen Sinn, unabhängig davon, ob ich der Wahrheit ein bischen näher bin oder nicht. :angel4:

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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von Scotty46125-3 » 17. Dezember 2017, 01:29

Ich gehe mit Dir dacor, hellsbells. Bisher ging es bei "Tot - und dann?" um das Weiterexistieren des Individuums oder auch nicht, je nach Meinung oder Glauben. Auf körperlicher, geistiger, spiritueller Ebene - wie auch immer.
Ich möchte das noch etwas erweitern. Tot sind wir nicht, wenn wir in der Erinnerung weiterleben. Gute Chancen, sehr lange in den Gedanken der nachfolgenden Generationen zu bleiben haben z.B. Schauspieler, Musiker, Dichter, Komponisten von denen Werke hinterlassen werden. Oder auch in der Familie, in der Bilder, Filme, Tagebücher existieren oder einfach Geschichten über besondere Ereignisse oder Fähigketen, die von Generation zu Generation weitergetragen werden. Ich meine, das ist doch etwas, für das es sich zu leben lohnt...
Ein Leben ohne Musik ist möglich, aber sinnlos.

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Re: Tot - und dann ?

Beitrag von Janey » 18. Januar 2018, 18:14

Mich fasziniert noch immer die Episode von VOY "Barge of the Dead"... Da sieht man ja die klingonische Variante des 'Leben danach'.
Conbase - the place to be. :hello:

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