Space Race 2.0

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Space Race 2.0

Beitrag von connam » 30. Dezember 2018, 19:13

Ich hab' mir heute die zweite Staffel der von National Geographic produzierten Serie "Mars" angesehen und auch vor wenigen Tagen einen Artikel über die Expansion der Menschheit ins Weltall gelesen. In den nächsten 10 - 20 Jahren wird eine Menge passieren, glaubt man dem "Global Exploration Roadmap", das die 14 Mitglieder der International Space Exploration Coordination Group (Australien, Canada, China, Europäische Union, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Korea, Russland, Ukraine, USA, Vereinigte Arabische Emirate) ausgearbeitet haben.
Als erstes soll in der Umlaufbahn des Mondes eine Raumstation entstehen, die für die Forschung und auf lange Sicht auch als Sprungbrett für Missionen zum Mars genutzt werden soll. Bis 2040 sollen wir es dann bis in den Mars-Orbit geschafft haben.
Ich diskutiere ab und zu mit einem Kollegen darüber, ob das Geld, das für Reisen ins All ausgegeben wird, hier unten auf der Erde nicht besser angelegt sei, aber ich bin der Meinung, dass die Milliarden, die wir in die Weltraumforschung investieren, hier unten nur ein Tropfen auf den heißen Stein wären, denn wofür würden wir sie ausgeben? Und wer entscheidet, wofür wir sie ausgeben?
Die Menschheit hat schon immer versucht, ihre Grenzen zu erweitern, und das gilt sicher auch fürs All, aber dass hier mehr und mehr die Privatindustrie mitmischt, ist ein zweischneidiges Schwert. Mehr Geld bedeutet mehr Möglichkeiten, aber auch mehr fragwürdige Motive. Und noch ist das All ein rechtsfreier Raum.
Was daraus noch wird, wird wohl nur die Zeit zeigen.
Ich kopiere den Artikel, um den es geht, mal hier rein. Noch hatte ich keine Gelegenheit, mir das Roadmap genauer anzusehen, aber sobald ich das geschafft habe und es Interessantes zu berichten gibt, tippe ich es ebenfalls hier rein.
Das ist auch zugegebenermaßen kein Thema, mit dem ich mich besonders intensiv beschäftige, also sind Beiträge von denjenigen unter Euch, die tiefer in der Materie drinstecken, mehr als willkommen :D.
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von connam » 30. Dezember 2018, 19:17

Spektrum.de, 14.06.2018

10 Gründe warum wir bald im All zu Hause sind
Mit dem baldigen Ende der Internationalen Raumstation wird sich die Raumfahrt verändern. Zehn Beispiele zeigen, wie dieser Wandel vonstatten geht.
von Karl Urban

Am 6. Juni 2018 startete der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation. Bei aller Euphorie um Astro-Alex übersehen wohl die meisten, dass die Station ihren Zenit bereits überschritten hat. Denn die Leistung ihrer Solarzellen lässt durch den Einschlag winziger Meteoriten immer mehr nach, wichtige Komponenten wie das Kühlsystem, Bordrechner (und auch die Bordtoiletten) fallen immer wieder aus. Das Ende ist absehbar.
Gleichzeitig passiert etwas Neues, das erst seit wenigen Monaten immer deutlicher in Erscheinung tritt: Die Raumfahrt verändert sich rasant, und zwar so schnell wie wohl seit fast 30 Jahren nicht mehr. Mit der Wende 1989 verschob sich das Gleichgewicht im All letztmalig so stark wie heute. Amerikanische Spaceshuttles flogen schon bald zur russischen Raumstation Mir. Die Konzepte der heutigen ISS entstanden, als Russland und andere Partner im Osten mithalfen, die Station zum wohl teuersten Einzelobjekt der Menschheitsgeschichte zu machen. Und zu einem Friedensprojekt für die Wissenschaft.
Die nun beginnende neue Ära der bemannten Raumfahrt wird vermutlich bunter als je zuvor – und die Menschheit erweitert in diesem Zuge ihren Aktionsradius enorm. Hier sind zehn Beispiele, anhand derer das schon heute klar erkennbar ist:

China (und andere) mischen bei großer Vision mit
Derzeit entwickeln immer mehr Staaten die Fähigkeit, Satelliten, Raumsonden und auch Menschen ins All zu schicken. China plant, ab 2020 seine erste Raumstation aufzubauen, die wie die ISS aus verschiedenen Modulen besteht und die am Ende immerhin ein Sechstel der Größe der ISS erreichen soll. Doch ausgerechnet zwischen China und den USA gab (und gibt) es bislang keine Möglichkeit der Kooperation. Denn eine US-Verordnung mit dem Spitznamen Wolf-Clause von 2011 verbietet es allen US-Beamten unter Strafe, mit chinesischen Forschern zusammenzuarbeiten. Dennoch ist die Zeit einer isolierten chinesischen Raumfahrt offenbar vorbei. Das zeigt sich nicht nur in offen geäußerten Plänen, europäische Raumfahrer zu Chinas neuer Station zu schicken.
Auch die große Vision der Raumfahrt wird mittlerweile von China mitgestaltet: Diese Global Exploration Roadmap ist ein unverbindlicher Plan der großen Raumfahrtagenturen, der zuletzt vor fünf Jahren aktualisiert worden war – und deren Autoren überwiegend die Vertragsstaaten der ISS waren. An der neuen Fassung (PDF) vom Januar 2018 haben nun neben China auch Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate mitgeschrieben.

Der Mond ist der neue Mars
Visionen gab es in der Raumfahrt schon immer – aber häufig fehlte Geld, sie auch zu verwirklichen. Die Global Exploration Roadmap schwenkt nun aber auf ein realistisches Ziel ein: Statt Flüge zum Mars oder zu einem Asteroiden zu unternehmen, solle die Menschheit sich nun erst einmal voll auf den Mond konzentrieren. Darin stimmen alle großen Raumfahrtnationen überein.
Klingt das auch etwas unterambitioniert, böte der Mond viele Vorteile: Die Risiken wären gering, denn es waren schon einmal Menschen dort. Mit heutigen Technologien dürfte der Flug deutlich günstiger werden als während der Apollo-Ära. Die Reise zum Erdtrabanten dauert dazu nur wenige Tage, verglichen mit Jahren für einen Rundflug zum Mars und zurück. Die Vision den Mars zu besuchen, ist aber auch längst noch nicht tot: Der Mond soll als Zwischenschritt dienen, um alle Fähigkeiten zu entwickeln, damit Menschen auf ihren Flügen zum Mars, in fernerer Zukunft, auch gut zurechtkommen.

Das Gateway wird gebaut
Eine Raumstation im Mondorbit ist seit gut zehn Jahren im Gespräch und sogar ein Teil der alten Global Exploration Roadmap von 2013. Damals galt die lunare Station bei vielen Raumfahrtingenieuren und Forscher allerdings als wenig ausgegoren. Die Experten bemängelten, eine Raumstation wie die ISS werde schlicht in den Mondorbit verschoben, könne aber nur wenige Wochen im Jahr bemannt bleiben, weil die Versorgung von der Erde aus sonst zu teuer werde. Flüge zur Mondoberfläche blieben derweil sehr aufwändig. Und das, obwohl nur auf der Oberfläche nennenswerte wissenschaftliche Erkenntnisse möglich wären: etwa in der lunaren Geologie, beim Bau planetarer Habitate oder bei biologischen Experimenten unter verringerter Schwerkraft.
Dennoch wird die Station namens Lunar Orbital Platform-Gateway nun gebaut. Der aktuelle Budgetentwurf der NASA sieht dafür bereits Gelder vor; auch technische Entwürfe sind in Arbeit. Das erste Kernmodul des Gateways soll 2022 bereit für den Start sein. Das neue Transportraumschiff Orion ist bereits weitgehend entwickelt und könnte ab 2023 erste Menschen zur Station bringen.

Russlands Raumfahrt verliert an Bedeutung
Seit sieben Jahren sind Raumfahrer für Flüge zur ISS auf russische Sojus-Kapseln angewiesen. Astronauten aus den USA, Russland, Europa, Japan und Kanada sind seitdem allesamt in Baikonur gestartet. Das schweißte die ISS-Partnerstaaten zusammen: Denn alle wissen, dass bei den in hohem Tempo nachgebauten russischen Kapseln kein Engpass entstehen darf, weil sonst die Station recht schnell unbemannt wäre.
Tatsächlich gab es etliche Probleme: Ein unbemannter Progress-Frachter stürzte 2016 noch während des Starts in Sibirien ab; zwei weitere Progress-Missionen waren wenige Jahre zuvor gescheitert (Progress ist technisch ähnlich zur bemannten Sojus). Dazu kommen Schwierigkeiten bei anderen russischen Raketen, die zeigen: Die Pioniere der Raumfahrt haben Mühe, die einst hohe Zuverlässigkeit ihrer Raketen und Raumschiffe zu gewährleisten. Heute bietet Russland durch Konkurrenz aus China und den USA im weltweiten Vergleich längst nicht mehr die günstigsten Starts an. Zwar dürfte Russland in der bemannten Raumfahrt weiter eine gewichtige Rolle spielen, etwa beim Lunar Orbital Platform-Gateway. Aber andere Akteure wie China könnten in diesem Bereich schon bald mit Russland gleichziehen.

Die USA können wieder Menschen ins All schicken
Am 8. Juli 2011 flog mit der Atlantis das letzte Spaceshuttle ins All. Die Atlantis steht schon lange als Ausstellungsstück im Besucherbereich des Kennedy Space Center in Florida, während die US-Astronauten noch immer nach Baikonur pendeln müssen. Aber sie tun das wohl nicht mehr sehr lange: Nach einer schon unter Barack Obama gestarteten Ausschreibung haben zwei US-Unternehmen neue Raumkapseln entwickelt. Die Arbeiten am CST-100 Starliner von Boeing und der Kapsel Dragon 2 von SpaceX sind mittlerweile weit fortgeschritten. Ende 2018 stehen erste, noch unbemannte Testflüge an. Dazu kommt das NASA-eigene Orion-Raumschiff für Flüge in Richtung Mond.
Die Fähigkeit, eigene Astronauten wieder selbst ins All schießen zu können, könnte die Beziehung zum zweitgrößten ISS-Partnerstaat Russland weiter abkühlen lassen. Vor allem aber werden Starliner und Dragon die fest geplante Privatisierung des US-Teils der Raumstation ermöglichen.

Die ISS wird (teil-)privatisiert
Der Aufbau der ISS hat über die letzten 20 Jahre verteilt 150 Milliarden US-Dollar gekostet. Stolze zwei Drittel dieser Summe hat die US-Raumfahrtbehörde NASA beigesteuert, vor allem durch Flüge der Spaceshuttle. Den Vereinigten Staaten gehört zwar ein kleinerer Teil der Raumstation – denn die Spaceshuttles starteten auch Module anderer Nationen. Dennoch ist die ISS eine stark US-dominierte Raumstation. Man müsste also meinen, die USA sollten die ISS in ihren verbleibenden Jahren so nutzen, wie ursprünglich gedacht: Als Labor für Grundlagenforschung. Aber das ist nicht der Fall.
Donald Trump kündigte an, den US-Teil der Station privatisieren zu wollen. Die NASA solle ab 2025 jährlich nur noch 150 Millionen Dollar für den Betrieb zuschießen, ein Zwanzigstel (sic!) der bisherigen, jährlichen Aufwendungen der Behörde. Den Rest solle die Privatwirtschaft besteuern, die dann auch selbst die Station nutzen könne. Zwar haben einige NASA-Verantwortliche ebenso wie die ISS-Partner große Zweifel daran, dass dieser Plan so durchführbar ist und die Industrie überhaupt Interesse hat, die Kosten für den Betrieb zu decken. Aber da sich die NASA längst auf ihr Orion-Raumschiff, den Mond und die dortige neue Station konzentriert, gibt es vermutlich kein Zurück mehr.

Das All wird kommerzieller
Private Akteure im All sind nicht neu, denn sie betreiben bereits viele Satelliten zur TV-Übertragung, Erdbeobachtung oder Telekommunikation. Doch nun sollen speziell in den USA möglichst viele bürokratische Hürden sinken, damit Unternehmen leichter im All aktiv werden können. Die anvisierten privaten Geldgeber für den Betrieb der ISS sind da nur der Anfang: Denn mehrere Unternehmen bereiten den Start von hunderten oder tausenden Satelliten vor, um beispielsweise global einen Zugang zu schnellem Internet anzubieten. Dazu gehören StarLink oder OneWeb.

Raketenstarts werden immer günstiger
Wer Raumfahrt treiben will, braucht Geld: Jedes auch nur in eine Erdumlaufbahn geschossene Kilogramm ist teuer. Tatsächlich aber erlebt die Raketenindustrie seit Jahren einen massiven Preissturz. Günstige Konkurrenz aus China, vor allem aber die US-Firma SpaceX haben diesen bewirkt. SpaceX berechnet seinen Kunden unter 3000 Dollar pro Kilogramm, während es beim einstigen Marktführer Ariane 5 mehr als das Dreifache ist. Günstig werden Falcon-9-Raketen von SpaceX nicht unbedingt durch ihre wieder landenden und später recycelten Erststufen. Firmenchef Elon Musk setzt vor allem auf effiziente Massenproduktion. Dazu hat er es geschafft, durch seine Preispolitik (die staatliche US-Kunden mehr zahlen lässt), viele Satellitenkunden aus aller Welt anzuziehen. Dadurch sind die Raketenfabriken von SpaceX ständig ausgelastet und die Falcon-Raketen werden wiederum noch günstiger.
Eben weil SpaceX seit 2017 sogar die Rangliste der weltweiten meisten Raketenstarts anführt, versuchen derzeit viele Raketenbauer ihre Preise zu drücken. Während chinesische Ingenieure bereits über wiederverwendbare Raketenstufen à la Falcon 9 nachdenken, soll Europas neue Ariane 6 vor allem die effizienten Produktionsbedingungen nachahmen (siehe Interview mit DLR-Vorstand Hans-Jörg Dittus für die Weltraumreporter). Dadurch wird Raumfahrt letztlich für immer mehr Staaten und Organisationen erschwinglich. Die Zahl der Satelliten wächst ebenso wie die Zahl der Ideen, was man im All alles anstellen könnte.

Raketen werden größer, kleiner – und zahlreicher
Lange Zeit galten neue Flüge mit Menschen zum Mond schon deshalb als unrealistisch, weil die NASA ihre einzige dazu fähige Rakete Saturn V eingemottet hatte. Dieses Argument zieht aber nicht mehr: Derzeit wird eine nie dagewesene Zahl von Schwerlastträgern entwickelt. Da ist das Space Launch System (SLS) der NASA, das ab 2023 die Orionkapsel und Teile der Lunar Orbital Platform-Gateway ins All bringen soll. Die schubstärkste, bereits erprobte Rakete ist die im Februar 2018 erstmals gestartete Falcon Heavy von SpaceX. Zusätzlich entwickelt die US-Firma Blue Origin eine Schwerlastrakete ebenso wie China, das mit der neuen Langer Marsch 9 im kommenden Jahrzehnt Menschen zum Mond schicken will.
Gleichzeitig gibt es auch viele neue Kleinraketen. Die sollen keine Menschen oder ganze Habitate ins All bringen, sondern die enorme Menge sehr kleiner Satelliten, deren Zahl in den nächsten zwei bis drei Jahren rasant anwachsen wird. Manche dieser Raketen wie jene des Unternehmens Rocket Lab aus Neuseeland starten schon. Auch in Europa könnte in Nordschweden bald ein Startplatz für solche kommerziellen Kleinraketen gebaut werden (Audiobeitrag im DLF).

Bergbau im All wird realistischer
Der Aufbruch des Menschen ins All beginnt erst, aber klar ist: Je weiter wir uns von der Erde entfernen, umso teurer wird es. Daher wäre es wichtig, nicht jedes Gramm Wasser, Treibstoff oder Baumaterial ins All schießen zu müssen. Wenn wir zukünftig zum Mond oder zu Asteroiden reisen, sollten Menschen oder Roboter dort auch Rohstoffe abbauen.
Neue Konzepte für das »Space Mining» werden derzeit von verschiedenen Unternehmen weltweit untersucht, aber auch von der NASA, der ESA und in China. Auch die Global Exploration Roadmap nennt Space Mining als mittelfristiges Ziel für die Menschheit im All: Aus Wasserstoff und Sauerstoff vom Mond ließe sich Wasser oder Raketentreibstoff herstellen. Der Regolithstaub des Mondes eignet sich vielleicht als Grundstoff neuer Wohngebäude auf dem Erdtrabanten, die von autonomen 3-D-Druckern zusammengesetzt werden könnten. Und irgendwann könnten Metalle von Asteroiden eine Industrieproduktion im All ermöglichen. Vielleicht. Denn zunächst müssten neue Raumsonden oder Menschen diese Verfahren in kleinem Maßstab erproben, wenn sie tiefer ins All vordringen.

Quelle
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von connam » 5. Januar 2019, 13:16

Janey hat es in der Laberecke bereits erwähnt, und es war ja auch in einigen Medien (wobei ich wirklich erwartet hätte, dass das Ereignis mehr Schlagzeilen macht): die Chinesen haben es geschafft, eine Sonde auf der dunklen Seite des Mondes zu landen.

"Chang'e 4" setzte am Donnerstag um 3.26 Uhr MEZ am Aitken-Krater in der Nähe vom Südpol des Erdtrabanten auf, ganz wie geplant. Aus zwei Gründen war es schwierig, die Sonde sicher auf der Rückseite des Mondes zu landen: sehr unebenes Terrain und keine direkte Funkverbindung. Letzteres haben die Chinesen gelöst, indem sie extra einen Satelliten ins All geschossen haben.
Interessant finde ich, dass Chang'e 4 angeblich Saatgut dabei hat, mit dem getestet werden soll, ob Gemüseanbau bei der niedrigen Schwerkraft und in einer geschlossenen Umgebung möglich ist. Das soll wichtige Erkenntnisse zur Vorbereitung auf Missionen in die Tiefen des Alls liefern, denn die Versorgung mit Nahrung ist logischerweise eines der drängendsten Themen auf langen Raumflügen.
China will bis 2021 eine wiederverwertbare Trägerrakete entwickeln, die mehr Fracht transportieren kann als Raketen der NASA bzw. SpaceX. Bis 2030 soll dann erstmals ein Chinese auf dem Mond landen.

Deutschland hat für diese Mission übrigens ein Strahlenmessgerät der Universität Kiel beigesteuert.

Hier ist der Link, den Janey in der Laberecke eingefügt hatte: https://www.raumfahrer.net/news/raumfah ... 5319.shtml
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von connam » 6. Januar 2019, 22:14

Das ist ein Foto der Falcon 9-Rakete von SpaceX, der ersten wiederverwendbaren Rakete der Welt. Faszinierend, wenn diese gigantische "Röhre" (550 Tonnen, 70 m hoch, Durchmesser 3,7 m) nach dem Start wieder zur Erde zurückkehrt und dort aufrecht landet.
Der "Kopf" der Rakete ist die Kapsel (Dragon genannt) für die Besatzung. Bisher wird die Kapsel nur für Fracht genutzt, aber möglicherweise soll noch im Januar 2019 der erste bemannte Testflug stattfinden.
Rechts sieht man die Gangway für die Crew.

Bild
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von Pickard » 10. Januar 2019, 18:27

Tolle Infosammlung.

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Re: Space Race 2.0

Beitrag von connam » 10. Januar 2019, 20:36

Ich hab' mal angefangen, mir das Roadmap genauer anzusehen.
Das All soll in drei Schritten erobert werden. Zuerst ins Low Earth Orbit, dann zum Mond, und schließlich auf den Mars.

Dafür erweitern einige der ISECG Mitglieder die technischen Möglichkeiten, zum Beispiel mit einer Schwerlastrakete (Space Launch System SLS), einem bemannten Erkundungsschiff (Orion) und verbesserten Startsystemen am Boden; alles von der NASA. Die Orion ist dazu gemacht, vier Besatzungsmitglieder tiefer ins All zu bringen als jemals zuvor. Dafür wird zunächst die nötige Technologie in einer erdnahen Umlaufbahn getestet, um anschließend eine dauerhafte „Bleibe“ in unmittelbarer Nähe des Mondes zu etablieren, das sogenannte Deep Space Gateway. Von dort aus sollen bemannte Missionen zur Mondoberfläche stattfinden, die dann wiederum dazu dienen sollen, den Vorstoß zum Mars vorzubereiten.

Low Earth Orbit:
Die Aktivitäten in der erdnahen Umlaufbahn sollen ausgeweitet werden. Die ISS soll noch bis mindestens 2024 funktionsfähig bleiben, möglicherweise auch darüber hinaus. Gleichzeitig ist China bereits dabei, eine Raumstation zu bauen; das Tiangong 2 Weltraumlabor wurde im September 2016 ins All geschickt, anschließend wurde das Shenzhou-11 Raumschiff (Mannschaftsmodul und Frachtmodul) mit dem Labor verbunden. In Zukunft sollen dort bis zu 6 Astronauten gleichzeitig leben können. Mindestens ein weiteres Modul kann dauerhaft angedockt werden, ebenso wie eine externe Versuchsplattform oder anderes experimentelles Equipment. Zusätzliche Erweiterungen sind denkbar.
Außerdem sind mehrere private Firmen dabei, Konzepte für weitere Plattformen zu entwickeln, und auch Russland sondiert die Möglichkeiten, eine Nachfolgestation für die – mittlerweile in die Jahre gekommene - ISS zu bauen.

Mehr zum Deep Space Gateway in Mondnähe demnächst in diesem Thread :D.
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von connam » 11. Januar 2019, 21:45

Der Mondrover Yutu-2 hat das erste Panoramabild von der dunklen Seite des Mondes gesendet:
Bild

Hier kann man die Aufnahme komplett ansehen:
https://www.tagesschau.de/ausland/china ... e-101.html


Und das ist der Rover, dessen Name übersetzt "Jadehase" bedeutet:
Bild
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Re: Space Race 2.0

Beitrag von Janey » 13. Januar 2019, 15:41

Cooler Thread. Danke, connam! Auch fürs Posten meines Links. :) :) Ja. Mal gucken, welche Infos wir so alles von der Schattenseite des Mondes erhalten ;)
Conbase - the place to be. :hello:

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